06.03.2021

Wie alles begann – Stefan Gaffal

Mitten im heißen Kampf um ein Play Off Ticket nahm sich Stefan Gaffal Zeit, einige Fragen zu beantworten.

Hallo Stefan.  Danke, dass du dir zeit nimmst, uns ein paar Fragen zu beantworten. Derzeit bist du ja noch verletzt. Wie geht’s Dir, und wann können wir wieder mit dir am Eis rechnen?
Hallo, mir geht’s den Umständen entsprechend ganz gut. Ich kann mich halt derzeit nur mit etwas leichteren Übungen fithalten. Das Risiko wäre sonst zu hoch, dass die Verletzung dann noch schlimmer wird. Ich kann jetzt nur hoffen, dass wir uns Morgen für das Viertelfinale qualifizieren, und ich dann  wieder einsatzfähig bin.

Du hast ja deine Eishockeygrundausbildung im Nachwuchs, den Juniorwings durchlaufen. Kannst du dich noch erinnern, wann du das erste Mal Kontakt mit Eishockey hattest? Wann bist du dann das erste Mal in Eisschuhen auf dem Eis gestanden?
Ich bin mit meinem Großvater und meinem Cousin, Patrick, (Anm: Patrick Gaffal spielt bei den Steel Wings) immer in die Eishalle zu den Spielen der Black Wings gegangen. Ich bin dann schon mit drei Jahren das erste Mal mit Eisschuhen am Eis gestanden. Mir ist das Eishockey quasi in die Wiege gelegt worden. 

Wie bist du überhaupt auf diesen Sport gekommen, hast du andere Sportarten auch ausgeübt?
Nebenbei hab ich mich auch für Fußball interessiert, da hat mir aber ein wenig das Talent gefehlt. Das ist bis heute so geblieben. Beim Eishockey war das anders. Es hat sich bei mir dann schon im Jugendbereich abgezeichnet, dass ich es bis zum Profi schaffen könnte.

Wie war damals das Training organisiert. Wie oft habt ihr trainiert?
Wir hatten damals schon mindestens 3 mal in der Woche Training. Das war damals schon gut organisiert. Ich bin immer gerne ins Training gegangen. 

Wie hast du damals das Eishockey mit der Schule verbinden können, warst du ein guter Schüler?
Ich bin 8 Jahre ins BORG Solarcity gegangen. Es hat zwar keinen Sportzweig gegeben, aber da ich eigentlich immer ein recht guter Schüler war, hatte ich nie Probleme, wenn ich mal einen Tag frei brauchte, oder wie bei den olympischen Jugendspielen sogar zwei Wochen.

In der Oberstufe bekam ich dann sogar jeden Mittwoch nach der 2. Stunde frei, um mit der Kampfmannschaft trainieren zu können. Mein Direktor war auch immer wieder bei den Spielen, das hat mir vermutlich auch ein wenig in die Karten gespielt.  

Du warst in den Nachwuchsligen ja ein Topscorer. Du konntest mit der U18 und U20  jeweils den Meistertitel erringen. Wie schwer war dann der Umstieg auf das Spiel in einer „Erwachsenenmannschaft“?
Ich hatte es mir ehrlich gesagt leichter vorgestellt, das sieht man an meinen Statistiken. Im Nachwuchs ist es bei mir gut gelaufen, da war ich erst glücklich, wenn ich zumindest zwei Scorerpunkte im Spiel gemacht habe. Mit der Ausbeute im Profibereich bin ich nicht zufrieden, da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben.

Was sind die Unterschiede von einer U20 zur Bundesliga?
Der größte Unterschied zwischen U20 und den Profis ist die Physis. Als ich in die Bundesligamannschaft kam, brachte ich gerade mal 68kg auf die Waage. Da ist es dann schwer sich zu behaupten. Ich habe daher in erster Linie im körperlichen Bereich hart an mir gearbeitet. Auch im mentalen Bereich musste ich mich verbessern, viele Spiele werden im Kopf entschieden.

Lukas Haudum hat über dich gesagt, du bist ein sehr umgänglicher Typ und schläfst gerne, wie würdest du Lukas charakterisieren?
Ja, da Luki ist ein lässiger Freund, um gleich beim Schlafen zu bleiben. Er hat tagsüber gerne geschlafen, beim Ausrüstung ausziehen, zum Beispiel. Bei den Abfahrtszeiten war es so, dass nach ihm meistens keiner mehr in den Bus eingestiegen ist.

Er hat ja den Weg über das Ausland gewählt und ging mit 16 nach Schweden. War das für dich keine Option?
Nordamerika war bei mir mal kurz eine Option. Ich habe mich dann aber entschlossen die Schule fertig zu machen, und die erste Profiluft in Linz zu schnuppern.

Wenn du zurückdenkst, würdest du irgendetwas ändern oder anders machen?
Vielleicht würde ich genau das jetzt anders machen. Ich bereue es ein wenig, dass ich mich doch nicht in jungen Jahren im Ausland versucht habe.

Welche Tips würdest du einem 12- 13 jährigen geben?
Wichtig ist, immer an sich und seine Ziele zu glauben. Diese sollten immer eher zu hochgesteckt sein. Dabei darf jedoch nicht auf die alltägliche Arbeit vergessen werden. Arbeite härter als alle anderen, und das Wichtigste, hab Spaß bei allem was du tust, um deine Träume zu verwirklichen. 

Werden wir dich in den nächsten Jahren weiter im Linzer Dress sehen, oder würdest du auch wechseln, bzw. ins Ausland gehen wollen?
Aktuell mache ich mir darüber keine Gedanken. Ich habe ja bei den Black Wings noch einen Vertrag bis 2022. Danach wird man sehen wie sich die Situation entwickeln wird. Zurzeit habe ich keine Pläne mich zu verändern. Sollte sich die Gelegenheit für mich ergeben ins Ausland zu gehen, würde ich natürlich darüber nachdenken.

Danke für das Interview. Wir wünschen Dir gute und rasche Besserung und alles Gute für das morgige “Endspiel”!