29.03.2021

Wie alles begann … Gerd Kragl – Der Profispieler

Teil 2 unseres Interviews mit Gerd Kragl

Du hast ja bereits wieder mit den Black Wings 1992 für weitere 2 Jahre verlängert. Hattest du da lange überlegen müssen, oder war für dich gleich klar, dass du das Angebot sofort annimmst? Hattest du auch noch andere Optionen?
Natürlich habe ich mich in der Liga umgehört, aber für mich ist und bleibt Linz immer die erste Option. Mein Herz schlägt für die Black Wings, und nur wegen einer nicht so erfolgreichen Saison hört das auch nicht auf.


(Foto: Oberösterreichische Nachrichten)

Was spricht in diesem Fall für Linz?
Ich habe in dieser Saison so viel Eiszeit bekommen wie noch nie und habe mich dadurch super weiterentwickeln können. Außerdem ist es für mich eine große Ehre, das „A“ bekommen zu haben, was mir zeigt, dass meine harte Arbeit hier geschätzt und belohnt wird.

Du hast 2017/18 eine Zeit lang für den VSV gespielt, und bist dann wieder zurück nach Linz gekommen. Wie ist damals der Wechsel vonstatten  gegangen. Was waren die Unterschiede zwischen den Black Wings und dem VSV.
Trainer – Spielweise – Fans?
Markus Peintner ist damals statt Greg Holst Trainer beim VSV geworden, da das Team in einer schwierigen Phase war. Das große Lazarett riss ein Loch in ihren Kader, und so hat Peints sich bei mir gemeldet. Er kannte mich vom Nationalteam und wusste, dass ich in Linz keine Eiszeit bekomme. Ich kannte die Spielweise vom VSV bereits, weil wir schon ein paar mal gegeneinander gespielt haben.
Ganz anders hingegen war es bei den Fans. Ich liebe die Atmosphäre in der Linzer Eishalle, aber mein erstes Spiel mit Villach war ein Derby in Klagenfurt, und ich war überwältigt. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, dort dabei zu sein. Grundsätzlich kann aber keine andere Fangemeinde mit der der Black Wings mithalten. 


(Foto: Kleine Zeitung)

Viele junge Eishockeyspieler liebäugeln mit dem Ausland, schon in jungen Jahren. War das für dich keine Option? Wenn nicht, warum hast du diesen Wechsel nicht durchgeführt oder es probiert?
Das erste Mal kam der Gedanke ans Ausland ungefähr mit 17, als auch Lukas Haudum nach Schweden ging. Mir war aber bewusst, dass meine Leistungen damals nicht gut genug dafür waren. In den nächsten Jahren hatte ich auch das Ziel Matura vor Augen, und durch die Einsätze in Zell am See und einige Spiele in der EBEL verschwand der Gedanke, als Jugendspieler ins Ausland zu gehen, fast gänzlich.

Wenn du zurückdenkst, würdest du irgendetwas ändern oder anders machen? Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden, wie sich alles entwickelt hat. Ein Punkt, den ich gerne anders gemacht hätte, ist, dass ich in den ersten Jahren als Profi nicht so zurückhaltend und angespannt hätte sein sollen. In einer Profimannschaft ist man nur, weil man es sich mit seiner Leistung verdient hat. Auch alle anderen Spieler wissen das, und mir hätte es sicher sehr geholfen, offener mit dem Ganzen umzugehen.


(Foto: Privat)

Welche Tips würdest du einem 12- 13 jährigen geben?
Wenn du deinen Traum verwirklichen willst, musst du jeden Tag hart dafür arbeiten. Es wird dir nie etwas geschenkt. Das wichtigste dabei ist aber, dass der Spaß und eine gute Gemeinschaft nie zu kurz kommt.

Warum trägst du eigentlich die Nummer 13?
Da ich erst mit 8 Jahren angefangen habe, war ich einer der letzten in meinem Jahrgang. Für Spieler gab es nur die Nummern 3-25 zur Auswahl und die 13 war noch frei. Ich habe mir damals nicht wirklich was dabei gedacht. Seitdem begleitet mich diese Nummer durch meine Eishockeykarriere.


(Foto: blackwings.at)

Wir werden dich in den nächsten 2 Jahren weiter im Linzer Dress sehen. Würdest du ein Angebot aus dem Ausland annehmen, bzw. geht das überhaupt aufgrund des Vertrages den du jetzt abgeschlossen hast?
Ich bin sehr zufrieden mit meinem neuen Vertrag und plane auch in Linz zu bleiben. Natürlich ist es etwas Besonderes, wenn man im Ausland spielen kann. Ich glaube, falls sich etwas ergeben sollte, gibt es in Linz immer Leute, mit denen man darüber reden kann und gemeinsam Lösungen finden kann, wie man bei David Kickert gesehen hat.

Dann bedanken wir uns für das interessante Interview und wünschen dir alles Gute für die Vorbereitung auf die nächste Saison!