26.03.2021

Wie alles begann … Gerd Kragl – Der Nachwuchsspieler


(Foto: Black Wings 1992)

Hallo Gerd. Wie geht’s Dir jetzt, nach den letzten Spielen in der Qualirunde und dem verpassen des Play Offs?
Hallo! Natürlich schmerzt es, wenn die Saison, ohne die Play-Offs zu erreichen, zu Ende geht, aber ich persönlich habe sehr viele wichtige Erfahrungen gemacht und kann viel aus dieser Saison mitnehmen.

Du hast im letzten Spiel nicht gespielt. Hattest du dich verletzt, und wie und wo hast du den dramatischen letzten Spieltag der Qualifikationsrunde erlebt. Was waren deine ersten Gedanken?
Ich habe mich im Heimspiel gegen Innsbruck verletzt, eine Gehirnerschütterung erlitten und bin dadurch leider frühzeitig ausgefallen. Ich war von unserem Team überzeugt, dass sie auch das letzte Spiel in Graz gewinnen und habe die entscheidende Partie VSV gegen Dornbirn im TV mitverfolgt. Ich habe es zuerst nicht glauben können, dass der VSV die Partie noch dreht und im Shootout noch gewinnt. Aber so ist der Sport, und der VSV hat auch gegen Klagenfurt gezeigt, dass sie sich nicht umsonst für die Playoffs qualifiziert haben.

Du hast ja die Eishockeygrundausbildung im Nachwuchs, den Juniorwings, durchlaufen. Kannst du dich noch erinnern, wann du das erste Mal Kontakt mit Eishockey hattest? Wann bist du denn das erste Mal in Eisschuhen auf dem Eis gestanden?
Mein Vater hat mich damals, ich glaube 2003 oder 2004, in die Eishalle mitgenommen und wir haben zusammen einige Spiele angeschaut. Mir war sofort klar, dass ich das auch machen will. Das erste Mal am Eis war ich dann erst im Herbst 2005 mit 8 Jahren. Mir hat es sofort Spaß gemacht, und ich ging immer wieder gerne hin.


(Foto: Privat)

Wie bist du überhaupt auf diesen Sport gekommen, hast du andere Sportarten auch ausgeübt?
Wie bereits gesagt, eigentlich durch Zufall. Ich war immer in einem Turnverein, wo wir 1-2 mal pro Woche trainiert haben, aber da war ich ziemlich talentbefreit muss ich ehrlicherweise zugeben. Zurückblickend hat es mir trotzdem beim generellen Bewegungslernen sehr geholfen. Sonst war ich sehr viel draußen und habe immer wieder verschiedene Sachen ausprobiert, aber nie so richtig für längere Zeit.

Wie war damals das Training organisiert. Wie oft habt ihr trainiert?
Am Anfang hatten wir glaube ich nur einmal pro Woche ein Schnuppertraining, da ich zuerst das Eislaufen lernen musste. Ab der U8 ist es dann immer mehr geworden. Genau weiß ich es nicht mehr. 

Wie hast du damals das Eishockey mit der Schule verbinden können, warst du ein guter Schüler?
Ich kann nicht behaupten, dass ich ein guter Schüler war, aber ich habe immer alles rechtzeitig erledigt, sodass das Eishockeyspielen nie kürzer treten musste. Außerdem war auch immer das Verständnis von den Schulen da (Unterstufe Sportgymnasium Peuerbach, danach im Leistungssport BORG).

Du warst ja in den Meistermannschaften U18 und U20 mit Stefan Gaffal, Stefan Freunschlag und auch Erik Kirchschläger. Was war deiner Meinung nach damals ausschlaggebend, dass ihr die Meisterschaften für euch entscheiden konntet?
Lukas Haudum darf man in dieser Liste nicht vergessen. Wir sind auch sieben Jahre lang gemeinsam in die Klasse gegangen. Wir haben uns alle immer gegenseitig gepusht und wollten jeden Tag besser werden. Ich glaube, das ist das wichtigste im Jugendalter. Der gute Zusammenhalt und der Spaß an der ganzen Sache war zudem ausschlaggebend für den Erfolg.


(Foto: Privat)

Wie schwer war dann der Umstieg auf das Spiel in einer „Erwachsenenmannschaft“?
Ich muss sagen, dass es nicht leicht war, gleich Fuß zu fassen. Durch die vielen Spiele mit Zell am See in der INL und der Alps war ich in der glücklichen Lagen, sehr viel Erfahrung im Profibereich sammeln zu können. Dann ging es Schritt für Schritt in die Bundesliga.

Was sind deiner Meinung nach die wesentlichsten  Unterschiede von einer U20 zur Bundesliga?
So ziemlich alles ist anders. Man muss sich bewusst sein, dass man gegen Erwachsene spielt. Es wird viel härter gespielt, jedes Team hat vier gute Linien. In einer U20 gibt es meist nur 7-8 gute Spieler und gegen den Rest ist es vergleichsweise einfach zu spielen. Außerdem wird erwartet, dass man mehrere verschiedene Taktiksysteme kennt und auch ausführen kann, wenn es während einem Spiel zu Änderungen kommen sollte.
Ein wesentlicher Punkt ist auch, dass man immer seine Bestleistung abliefern muss. Wenn nicht, sitzt man, und der nächstbessere kommt dran. Die Konkurrenz ist einfach viel größer.

 

Nächste Woche Teil 2 des Interviews – Gerd Kragl der Profieishockeyspieler …