22.04.2021

Robert Lukas – Der sportliche Leiter im Gespräch – Teil 2

Wie bist du mit der Entwicklung der Spieler zufrieden. Was sticht positiv hervor, woran gilt es noch verstärkt zu arbeiten?

 

Was in der vergangenen Saison wirklich positiv herausgestochen ist, war die wirklich große Anwesenheit der Kinder. Das bedeutet im Umkehrschluss für mich, dass sie gerne zu den Trainings in die Halle kommen. Sie haben Spaß bei uns, und das ist und bleibt auch das Wichtigste. Darüber hinaus konnte man feststellen, dass viele Kids langsam aber sicher die Philosophie verstehen: Spaß steht an erster Stelle, doch wenn ich besser werden will, wenn ich etwas erreichen will, dann muss ich mehr dafür tun. Die Struktur unseres Trainings basiert sehr auf intrinsischer Motivation, wenn wir diese den Kids bescheren können, dann haben wir eines der großen Ziele, wenn nicht das größte Ziel erreicht.

Fazit: Persönlich bin ich mit der Entwicklung unserer Spieler und Spielerinnen in Bezug auf Technik, Taktik, Athletik und Benehmen sehr zufrieden!

 

Der direkte Vergleich mit anderen Mannschaften hat heuer gefehlt. Wird sich dies auswirken oder kompensieren das die Spieler heuer, sobald sie die ersten Partien wieder in den Beinen haben, oder dauert das länger?

 

Das war natürlich sehr schwer für die Kids. Wir sind Eishockeyspieler, und wie der Name schon sagt wollen wir Eishockey SPIELEN, und uns mit anderen messen, gegen sie Matches spielen. Ich sehe das mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn eines muss uns im Entwicklungsbereich klar werden: die Kids verbessern sich größtenteils im Training und nicht im Spiel, doch welches Kind will so etwas hören? Der Drang zu gewinnen, und vor allem die Angst zu verlieren, zu versagen, hemmt gewissermaßen die Entwicklung. Dieser „Druck“ wurde uns dieses Jahr genommen, wodurch wir uns stets auf die Entwicklung konzentrieren konnten. Früher oder später wird es wieder Bewerbspiele geben, dann werden die Spieler umso hungriger sein, worauf ich mich sehr freue.

 

Wie war heuer allgemein die Motivation der Kids? Hat man ihnen den allgemeinen „CORONA Wahnsinn“ angemerkt oder haben sie sich ganz auf das Training konzentrieren können? Im Gegensatz zu tausenden anderen Kindern durften sie ja immerhin trainieren! Die Floorballer zum Beispiel trainieren erst wieder seit Anfang April, Kletterer dürfen überhaupt noch nicht in die Halle!

 

Du kannst dir denken, dass es kein Selbstläufer war, dass wir überhaupt trainieren konnten. Doch all die Stunden, Tage und Wochen harter Verhandlungen haben sich definitiv gelohnt. Die Motivation der Kinder war besser als jemals zuvor.

Es gibt nichts schöneres für einen Trainer als sich nach einem Training mit seinen Kollegen auszutauschen und sagen zu können: heute war’s richtig cool da draußen (auf dem Eis). Ich denke schon, dass den Kindern zum Teil bewusst wurde, wie wichtig ihnen der Sport ist. So etwas passiert jedoch meistens erst dann, wenn einem die Möglichkeit genommen wird.

Die Kids brauchen Bewegung, sie brauchen Sport. Ohne den ist ihr Leben nicht dasselbe. Das hat uns Corona gelehrt.

 

22.04.2021