28.11.2020

Anja Trummer im Interview (nachzulesen vom Sommer 2020)

Anja Trummer wurde wurde in die Universitätseishockeymannschaft von Yale aufgenommen und bekam auch einen Studienplatz. Sie besuchte das BORG für Leistungssport als Akademiespielerin der Junior Wings und absolvierte in der U16 und der EBJL  Spiele für die Black Wings Juniors. 2019 wurde sie zur Mannschaftssportlerin des Jahres des Talentezentrum Oberösterreich gewählt.
Aufgrund der derzeitigen COVID19 Situation verschiebt sich ihr Studienbeginn um ein Jahr.

Hier nochmals zusammengefasst das Interview, welches wir mit ihr im Sommer führten:

Was bleibt dir, wenn du an die 2 Jahre in Linz zurückdenkst in Erinnerung, was wirst du vermissen bzw. was nicht?
Ich wünschte es wäre länger gewesen, leider war ich nur 2 Jahre lang in Linz, aber Linz ist trotzdem so etwas wie ein zweites zu Hause für mich geworden. Am meisten werde ich meine Mitspieler vermissen, von denen einige zu guten Freunden geworden sind. Außerdem werde ich das Internatsleben und die gemeinsamen Essen dort vermissen. Was mir sicherlich nicht abgehen wird, ist das Suchen nach einer freien Dusche (eines der wenigen nervigen Angelegenheiten wenn man als Mädchen in einem Burschenteam spielt).

Weil du das gerade ansprichst, was sind die wesentlichen Unterschiede im Training bei den Linzern im Vergleich zu den EHV Sabres in Wien einer Damenmannschaft, wo du ja parallel auch gespielt hast?
Einer der Hauptunterschiede ist die Trainingshäufigkeit. Bei den Sabres in Wien hätte ich nur 2x in der Woche am Eistraining teilnehmen können, in Linz bin ich auf 7x Eis in der Woche gekommen. Außerdem gibt es in der Linzer Eishalle eine Kraftkammer die es ermöglicht vor beziehungsweise nach dem Training ein Krafttraining zu absolvieren, diese Möglichkeit hätte ich in Wien nicht gehabt. Ein weiterer großer Unterschied ist die Trainingsintensität, da das Training bei den Burschen einfach schneller und härter ist als bei den Damen.

Wo sind deine Stärken und wo willst du dich noch verbessern?
Zu meinen Stärken gehört sicher mein Spielverständnis und meine Übersicht und mein Stickhandling. Verbessern will ich eigentlich noch alle meine Fähigkeiten, aber vor allem bei meinem Schuss und meiner Schnelligkeit habe ich noch deutlich Verbesserungsbedarf.

Wie bist du eigentlich auf Nordamerika gekommen, war dies immer deine Priorität oder hast du dich auch in Europa umgesehen, z.B. in Schweden?⁠
⁠Für mich waren die USA, genauer gesagt die NCAA Division 1, eigentlich von Anfang an das primäre Ziel. Etwas Anderes ist für mich eigentlich nicht in Frage gekommen, da es sonst nirgendwo möglich ist Studium und Sport so gut miteinander abzustimmen.⁠

Welche Prüfungen bzw. Tests und Bewerbungsschreiben musstest du erfüllen, für die Aufnahme? Wie lief dieser Vorgang ab?⁠
Zum einen braucht man entweder den ACT oder den SAT und als internationaler Student noch zusätzlich den Test of English as a foreign language, bei dem die Englischkenntnisse überprüft werden. Beim ACT werden Bereiche aus Mathematik und Naturwissenschaften abgefragt. Beim SAT werden die englische Grammatik und das Leseverstehen getestet. ⁠
Zusätzlich musste ich auch noch eine Bewerbung schreiben. Dies passiert meistens über ein Internetportal namens CommonAPP. Bei dieser Bewerbung muss man einen relativ langen Essay mit etwa 600 Wörtern und 2 kürzere Essays mit circa 250 Wörtern schreiben. Außerdem muss man noch einige Frage beantworten, die aber von College zu College unterschiedlich sind. ⁠
Für die Tests hatte ich mich online anzumelden. Diese werden dann durch ein offizielles Testcenter abgenommen. Dann lässt man die jeweiligen Scores an die gewünschten Unis schicken. Auch hier variieren die Anforderungen wieder von Uni zu Uni.⁠

Wann übersiedelst du, wo wirst du wohnen, was studierst du dort?⁠
Wie schon gesagt, ursprünglich war geplant das ich am 20. August nach Amerika fliege, aber wegen Corona ist das leider nicht möglich. Drüben wohne ich in einem von 14 Residential Colleges direkt am Campus.⁠
Was genau ich studieren will weiß ich immer noch nicht.⁠

Hast du da ein Stipendium oder wie finanzierst du dein Leben dort?
Sportstipendien in dem Sinne gibt es an Ivy League Universitäten wie Yale nicht. Allerdings wird der Großteil der Kosten für das Studium von Yales Financial Aid gedeckt, sonst wäre das nicht leistbar.⁠

Hattest du schon Kontakt mit dem Coach der Bulldogs?⁠
⁠Ja mit dem jetzigen Coach Mark Bolding habe ich schon seit circa 1 Jahr regelmäßig Kontakt über e-Mail und FaceTime. Es ist sehr wichtig zum Trainer Kontakt zu haben, um zu erkennen, ob das Team wo man hin will auch wirklich zu einem passt. Außerdem will der Trainer ja die Spielerinnen persönlich kennenlernen, um beurteilen zu können ob sie vom Spielstil und der Persönlichkeit her zum Rest des Teams passen.⁠

Wo siehst du dich in 5 Jahren?⁠
Auf jeden Fall mit einem abgeschlossenen Bachelor Studium. Wenn möglich immer noch als begeisterte Eishockeyspielerin in einer der wenigen Damenprofiligen. ⁠

Würdest du rückblickend etwa anderes machen oder wieder alles gleich?⁠
Aufs Eishockey bezogen muss ich eigentlich sagen, dass ich eigentlich keine Entscheidung bereue und das bis jetzt eigentlich alles sehr gut gelaufen ist.⁠

Wir bedanken uns für das Interview, für deinen Einsatz für Linz in den letzten zwei Jahren und wünschen dir alles Gute für deine Zeit in Amerika!⁠